Nach Großbrand in Treuenbrietzen: Gesundheitsschutz hat Vorrang

2. Jun 2026
Bad Belzig/Treuenbrietzen, 2. Juni 2026
Nach dem Großbrand einer mit Kunststoffabfällen gefüllten Lagerhalle auf dem Gelände des ehemaligen Fahrzeugwerks in Treuenbrietzen empfiehlt der Fachdienst Gesundheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark den Bürgerinnen und Bürgern im betroffenen Gebiet besondere Vorsicht im Umgang mit möglichen Brandrückständen.

Bei dem Feuer waren große Mengen Rauch und Brandgase freigesetzt worden. Zudem kamen erhebliche Mengen Löschwasser zum Einsatz. Der Landkreis weist deshalb auf folgende Vorsichtsmaßnahmen hin:

Umgang mit Ruß und Brandrückständen

Rußpartikel und andere Brandrückstände sollten möglichst nicht mit bloßen Händen berührt werden. Größere Ansammlungen auf Grundstücken können mit Schaufel oder Kehrblech aufgenommen werden. Die Partikel sollten in einem separaten, verschließbaren Müllsack gesammelt und anschließend an einer von der Stadt Treuenbrietzen bekannt gegebenen Sammelstelle abgegeben werden. Dabei wird empfohlen, geeignete Haushaltshandschuhe zu tragen.

Kinder sollten nicht mit sichtbaren Rußablagerungen spielen. Gartenmöbel, Spielgeräte oder andere Gegenstände im Außenbereich, auf denen sich Rußpartikel abgesetzt haben, sollten vorsorglich feucht gereinigt werden.

Vorläufig nicht in der Kiesgrube baden

Von einer Nutzung der Kiesgrube in unmittelbarer Nähe des Brandortes wird derzeit abgeraten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Brandrückstände über das Löschwasser in das Gewässer eingetragen wurden. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung kann deshalb gegenwärtig nicht sicher ausgeschlossen werden.

Eigene Brunnen vorerst nicht nutzen

Nach Auskunft der Wasserwirtschaftsgesellschaft Nieplitztal mbH ist die öffentliche Trinkwasserversorgung nicht betroffen. Das Trinkwasser aus dem zentralen Versorgungsnetz kann weiterhin uneingeschränkt genutzt werden.

Anders verhält es sich bei privaten Brunnen im Einzugsgebiet des Brandortes. Durch Löschwasser, Schaummittel und die verbrannten Kunststoffabfälle können Stoffe in das Grundwasser gelangt sein. Der Landkreis empfiehlt deshalb, private Brunnen in diesem Bereich für mindestens zwei Wochen nicht zu nutzen.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark beobachtet die Entwicklung gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden und wird über weitere Erkenntnisse informieren.