Löschroboter schützt Einsatzkräfte bei Wald- und Flächenbränden
Landkreis Potsdam-Mittelmark investiert in ferngesteuerte Einsatztechnik für munitionsbelastete Flächen
Der Landkreis Potsdam-Mittelmark verstärkt seine Ausstattung für besonders gefährliche Brand- und Hilfeleistungseinsätze. Am Mittwoch, 15. Juli 2026, wird ein neuer ferngesteuerter Löschroboter in Beelitz-Heilstätten offiziell vorgestellt und in Dienst genommen. Das elektrisch angetriebene Raupenfahrzeug kann dort eingesetzt werden, wo extreme Hitze, Einsturz- oder Explosionsgefahr, Munition oder Gefahrstoffe ein Vorgehen der Einsatzkräfte erheblich erschweren oder unmöglich machen.
Gerade bei Wald- und Flächenbränden auf ehemaligen militärisch genutzten und munitionsbelasteten Flächen besteht die Gefahr, dass sich im Boden befindliche Kampfmittel durch die Hitze entzünden oder explodieren. Der Löschroboter kann aus sicherer Entfernung in solche Gefahrenbereiche geschickt werden, die Lage mit Kameras und Sensoren erkunden und die Brandbekämpfung unterstützen.
„Wir investieren hier nicht in technische Spielerei, sondern unmittelbar in die Sicherheit unserer Einsatzkräfte“, erklärt Vizelandrat Steven Koch. „Bei Wald- und Flächenbränden auf munitionsbelasteten Arealen kann jede Annäherung lebensgefährlich sein. Der Löschroboter ermöglicht es, gefährliche Bereiche aus der Distanz zu erkunden, Brände zu bekämpfen und Objekte zu kühlen. Damit erweitern wir die Handlungsmöglichkeiten unserer Feuerwehren erheblich.“
Das kompakte Fahrzeug besitzt ein geländegängiges Raupenfahrwerk und ist etwa so groß wie eine Europalette. Es wiegt rund 220 Kilogramm, kann bis zu 250 Kilogramm zusätzliche Ausrüstung tragen und erreicht eine Geschwindigkeit von etwa zehn Kilometern pro Stunde. Seine Reichweite beträgt rund 20 Kilometer.
Neben Vegetations-, Wald- und Flächenbränden kann das System auch bei Industrie- und Tiefgaragenbränden, auf Bahnanlagen, bei Gefahrguteinsätzen sowie bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt werden. Zu seinen taktischen Möglichkeiten gehören die ferngesteuerte Brandbekämpfung, der Aufbau von Riegelstellungen, die Kühlung und Belüftung von Objekten sowie das Niederschlagen gefährlicher Dämpfe.
„Der Roboter ersetzt keine Einsatzkräfte, sondern schützt sie und erweitert ihre Möglichkeiten“, betont Kreisbrandmeister Jens Heinze. „Wir können das System vorausschicken, wenn ein Gefahrenbereich wegen Hitze, Munition, Einsturzgefahr oder gefährlicher Stoffe zunächst nicht betreten werden kann. Kameras und Sensoren liefern uns wichtige Informationen für die weitere Einsatzplanung. Bedient wird der Roboter ausschließlich von speziell geschulten Einsatzkräften.“
Für den Betrieb hat der Landkreis ein eigenes kreisweites Einsatzkonzept entwickelt. Stationiert wird der Löschroboter bei der Feuerwehr Buchholz der Stadt Beelitz. Von dort aus kann er im gesamten Landkreis und bei Bedarf auch darüber hinaus eingesetzt werden. Die Alarmierung erfolgt über die Regionalleitstelle.
Die Anschaffung kostet rund 200.000 Euro. Das Land Brandenburg fördert die Investition mit 50 Prozent.
Technische Daten im Überblick
- Ferngesteuerter, elektrisch angetriebener Löschroboter
- Geländegängiges Raupenfahrwerk
- Kamera- und Erkundungstechnik
- Größe etwa einer Europalette
- Eigengewicht: rund 220 Kilogramm
- Nutzlast: bis zu 250 Kilogramm
- Geschwindigkeit: etwa zehn Kilometer pro Stunde
- Reichweite: rund 20 Kilometer
- Stationierung: Feuerwehr Buchholz, Stadt Beelitz
- Anschaffungskosten: rund 200.000 Euro
- Förderung durch das Land Brandenburg: 50 Prozent