Verkehrsüberwachung im Jahr 2019

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist auf der Grundlage des § 47 Abs. 3 des Ordnungsbehördengesetzes des Landes Brandenburg (OBG BB) in eigener Verantwortung für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig. Hauptanliegen sind hierbei die Bekämpfung einer der Hauptunfallursachen - Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit – sowie die Sicherung von Spiel- und Schulwegen. Gemäß Geschäftsverteilung und Aufgabengliederungsplan werden diese Aufgaben durch den Fachbereich Sicherheit, Ordnung und Verkehr wahrgenommen. Die Überwachung des fließenden Verkehrs erfolgt sowohl mobil, als auch stationär.

Für die mobile Geschwindigkeitsmessung wurde ein Verkehrsradargerät vom Typ Traffistar S 350m sowie ein Verkehrsradargerät vom Typ Vitronic PoliScan eingesetzt. Die Kontrollen erfolgten vorrangig an Messstellen gemäß Katalog, jedoch auch an Schwerpunkten, die durch die örtliche Ordnungsbehörden mitgeteilt wurden. Hierbei ging es vorrangig um Kontrollmessungen zur eventuellen Aufnahme in den Messstellenkatalog. Außerdem erfolgt verstärkt die Überwachung auf Landstraßen mit dichtem Baumbestand, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 70 km/h liegt.

In den 18 Ämtern und Gemeinden, in denen die Überwachung des fließenden Verkehrs durch den Landkreis erfolgt, wurden insgesamt 1.269 (+14)¹ Kontrollen durchgeführt. Die effektive Messzeit betrug 3.087 Stunden und lag damit 251 Stunden unter dem Vorjahreswert.

Aufteilung der Kontrollen nach Geschwindigkeiten:

  • 247 (-33) Kontrollen im Bereich  „weniger als 50 km/h zulässig”
  • 778 (+59)  Kontrollen bei “50 km/h zulässig” und
  • 244 (-10)  Kontrollen im Bereich  "mehr als 50 km/h zulässig”

243 Kontrollen (19,1 %) wurden außerhalb geschlossener Ortschaften durchgeführt. Damit wird dem Kontrollauftrag zur Messung an Unfallschwerpunkten entsprochen. Nachstehende Übersicht verdeutlicht die Entwicklung von 2014 - 2019.

Abbildung 1: Übersicht der Jahre 2014 - 2019

Abbildung von der Übersicht der Zeitreihe der Jahre 2014 - 2019

Insgesamt wurden im Jahr 2019 bei einer Messzeit von 3.087 Stunden (+251) im Landkreis Potsdam-Mittelmark 386.995 Fahrzeuge (+59.615) auf die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kontrolliert. Dabei wurden 26.791 (+860) Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Bei einer durchschnittlichen Feststellungsquote von 6,9 % erreichte die Gemeinde Seddiner See mit 2,5 % den niedrigsten Wert, die Gemeinde Wiesenburg/Mark mit 14,5 % den höchsten Wert. Es ist festzustellen, dass der Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen am Fahrzeugaufkommen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Abbildung 2: Verhältnis Verwarnungen/Bußgelder bei der mobilen Kontrolle

Diagramm zum Verhältnis Verwarnungen/Bußgelder bei der mobilen Kontrolle im Jahr 2019

Die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung erfolgte regelmäßig mit sechs Innenteilen vom Typ Traffiphot-S und zwei Innenteilen vom Typ Smart Camera an folgenden Standorten: 

Neubensdorf             (50 km/h), seit 1998
Derwitz                     (50 km/h), seit 2001 (wechselseitige Anlage)
Groß Kreutz Ausbau (50 km/h), seit 2003
Kleinmachnow          (50 km/h), seit 2011 (wechselseitige Anlage)
Treuenbrietzen         (50 km/h), nach Instandsetzung 2007
Rogäsen                    (50 km/h), seit 2012 (wechselseitige Anlage) 
Michendorf                (70 km/h), seit 2008 
Seddin                       (50 km/h), seit 2008 (wechselseitige Anlage) 
Niemegk                   (50 km/h), seit 2014 (wechselseitige Anlage) 
Dippmannsdorf         (50 km/h), seit 2014 (wechselseitige Anlage)
Glindow                     (30/50 km/h), seit 2015 (wechselseitige Anlage)
Werder (Havel)        (50 km/h), seit 2019 (wechselseitige Anlage)

Insgesamt wurden 2019 7.720.410 (-291.146) Fahrzeuge kontrolliert, von denen 42.404 (-2.323) Fahrzeugführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten. Die Einsatzzeit der stationären Anlagen lag bei insgesamt 62.761 Stunden an 2.615 Tagen. Das Verhältnis zwischen den kontrollierten Fahrzeugen und den festgestellten Überschreitungen beträgt 0,55 % und weist damit im Vergleich zum Jahr 2018 eine Senkung um 0,01 % auf. 

  2018  2019 absolut%
Fahrzeuge 8.011.556 7.720.410   -291.146 -3,6
Verstöße     44.727     42.404   -    2.323 -5,2

Im Jahr 2019 sind die Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Kräder im Vergleich zum Jahr 2018 erstmals wieder gestiegen.

Durch die gegenwärtige Rechtslage besteht bei stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen keine Möglichkeit, den verantwortlichen Fahrzeugführer zu ermitteln. Die Anlage erfasst von vorn kein amtliches Kennzeichen, um ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Die zum Teil erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen bleiben somit ungeahndet.

 

Abbildung 3: Nicht geahndete Verstöße von Krädern

Nicht geahndete Verstöße von Krädern belaufen sich im Jahr 2019 auf 2919 Kräder

Die Zahl der ausländischen Fahrzeuge, die eine nicht ahnbare Geschwindigkeitsüberschreitung verursachten, ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 weiter gesunken und hat damit den niedrigsten Wert seit 2008 erreicht.

 

Abbildung 4: Geschwindigkeitsüberschreitung ausländischer Fahrzeuge

Die Zahl der ausländischen Fahrzeuge, die eine nicht ahnbare Geschwindigkeitsüberschreitung verursachten, betrug im Jahr 2019 428 Fahrzeuge

Gegen die Fahrzeugführer dieser Kraftfahrzeuge besteht derzeit keine Möglichkeit, Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten und abzuschließen.

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¹ Angaben in Klammern beziehen sich auf den Vergleich zum Jahr 2018 und geben jeweils die Differenz wieder.

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