Verkehrsüberwachung im Jahr 2021

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist auf der Grundlage des § 47 Abs. 3 des Ordnungsbehördengesetzes des Landes Brandenburg (OBG BB) in eigener Verantwortung für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig. Hauptanliegen sind hierbei die Bekämpfung einer der Hauptunfallursachen - Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit – sowie die Sicherung von Spiel- und Schulwegen. Gemäß Geschäftsverteilung und Aufgabengliederungsplan werden diese Aufgaben durch den Fachbereich Sicherheit, Ordnung und Verkehr wahrgenommen. Die Überwachung des fließenden Verkehrs erfolgt sowohl mobil, als auch stationär.

Für die mobile Geschwindigkeitsmessung wurde ein Verkehrsradargerät vom Typ Traffistar S 350m sowie ein Verkehrsradargerät vom Typ Vitronic PoliScan eingesetzt. Die Kontrollen erfolgten vorrangig an Messstellen gemäß Katalog, jedoch auch an Schwerpunkten, die durch die örtliche Ordnungsbehörden mitgeteilt wurden. Hierbei ging es vorrangig um Kontrollmessungen zur eventuellen Aufnahme in den Messstellenkatalog. Außerdem erfolgt verstärkt die Überwachung auf Landstraßen mit dichtem Baumbestand, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 70 km/h liegt.

In den 18 Ämtern und Gemeinden, in denen die Überwachung des fließenden Verkehrs durch den Landkreis erfolgt, wurden insgesamt 974 (-241)¹ Kontrollen durchgeführt. Die effektive Messzeit betrug 2.430 Stunden und lag damit 602 Stunden unter dem Vorjahreswert.

Aufteilung der Kontrollen nach Geschwindigkeiten:

  • 241 (-48) Kontrollen im Bereich  „weniger als 50 km/h zulässig”
  • 578 (-120)  Kontrollen bei “50 km/h zulässig” und
  • 155 (-73)  Kontrollen im Bereich  "mehr als 50 km/h zulässig”

155 Kontrollen (15,9 %) wurden außerhalb geschlossener Ortschaften durchgeführt. Damit wird dem Kontrollauftrag zur Messung an Unfallschwerpunkten entsprochen. Nachstehende Übersicht verdeutlicht die Entwicklung von 2016 - 2021.

Abbildung 1: Übersicht der Jahre 2016 - 2021

Abbildung von der Übersicht der Zeitreihe der Jahre 2016 - 2021

Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde auch zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 überwiegend vor Grund- und Gesamtschulen mit angegliederter Primarstufe die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit kontrolliert. Bei insgesamt 49 Kontrollen vor Schulen im Landkreis wurden 12.656 (-1.945) Fahrzeuge kontrolliert. 728 (+128) Fahrzeugführer hielten sich nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 bei einer Messzeit von 2.430 Stunden (-602) im Landkreis Potsdam-Mittelmark 267.344 Fahrzeuge (-65.419) auf die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kontrolliert. Dabei wurden 17.783 (-3.272) Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Bei einer durchschnittlichen Feststellungsquote von 6,7 % erreichte die Gemeinde Seddiner See mit 1,9 % den niedrigsten Wert, das Amt Ziesar mit 15,3 % den höchsten Wert. Es ist festzustellen, dass der Anteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen am Fahrzeugaufkommen im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen ist.

Die Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 30 km/h über dem Erlaubten liegt im Vergleich zu den insgesamt festgestellten Fahrzeugen bei 3,1 % und liegt damit um 0,5% unter dem Wert von 2020. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 549 Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 30 km/h festgestellt, im Jahr 2020 waren es 767 Fahrzeuge.

Abbildung 2: Verhältnis Verwarnungen/Bußgelder bei der mobilen Kontrolle

Diagramm zum Verhältnis Verwarnungen/Bußgelder bei der mobilen Kontrolle im Jahr 2021

Die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung erfolgte regelmäßig mit sechs Innenteilen vom Typ Traffiphot-S und drei Innenteilen vom Typ Smart Camera an folgenden Standorten: 

Neubensdorf             (50 km/h), seit 1998
Derwitz                     (50 km/h), seit 2001 (wechselseitige Anlage)
Groß Kreutz Ausbau (50 km/h), seit 2003
Kleinmachnow          (50 km/h), seit 2011 (wechselseitige Anlage)
Treuenbrietzen         (50 km/h), nach Instandsetzung 2007
Rogäsen                    (50 km/h), seit 2012 (wechselseitige Anlage) 
Michendorf                (70 km/h), seit 2008 
Seddin                       (50 km/h), seit 2008 (wechselseitige Anlage) 
Niemegk                   (50 km/h), seit 2014 (wechselseitige Anlage) 
Dippmannsdorf         (50 km/h), seit 2014 (wechselseitige Anlage)
Glindow                     (30/50 km/h), seit 2015 (wechselseitige Anlage)
Werder (Havel)        (50 km/h), seit 2019 (wechselseitige Anlage)
Wusterwitz                 (30/50 km/h), seit 2020 (wechselseitige Anlage)

Insgesamt wurden 2021 7.876.561 (-268.325) Fahrzeuge kontrolliert, von denen 36.167 (-4.559) Fahrzeugführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten. Die Einsatzzeit der stationären Anlagen lag bei insgesamt 70.586 Stunden an 2.941 Tagen. Das Verhältnis zwischen den kontrollierten Fahrzeugen und den festgestellten Überschreitungen beträgt 0,46 % und weist damit im Vergleich zum Jahr 2020 eine Senkung um 0,04 % auf. 

  2020  2021 absolut%
Fahrzeuge 8.144.886 7.876.561   -268.325 -3,3
Verstöße     40.726     36.167   -    4.559 -11,2

Im Jahr 2021 sind die Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Kräder im Vergleich zum Jahr 2020 gesunken.

Durch die gegenwärtige Rechtslage besteht bei stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen keine Möglichkeit, den verantwortlichen Fahrzeugführer zu ermitteln. Die Anlage erfasst von vorn kein amtliches Kennzeichen, um ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Die zum Teil erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen bleiben somit ungeahndet.

 

Abbildung 3: Nicht geahndete Verstöße von Krädern

Nicht geahndete Verstöße von Krädern belaufen sich im Jahr 2021 auf 2504 Kräder

Die Zahl der ausländischen Fahrzeuge, die eine nicht ahnbare Geschwindigkeitsüberschreitung verursachten, ist im Jahr 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 weiter gestiegen. Die Ursache hierfür ist der Umstand, dass Großbritannien in Folge des Brexits nicht mehr am grenzüberschreitenden Austausch von Informationen teilnimmt und damit keine Halterdaten erhalten werden können.

 

Abbildung 4: Geschwindigkeitsüberschreitung ausländischer Fahrzeuge

Die Zahl der ausländischen Fahrzeuge, die eine nicht ahnbare Geschwindigkeitsüberschreitung verursachten, betrug im Jahr 2021 491 Fahrzeuge

Gegen die Fahrzeugführer dieser Kraftfahrzeuge besteht derzeit keine Möglichkeit, Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten und abzuschließen.

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¹ Angaben in Klammern beziehen sich auf den Vergleich zum Jahr 2020 und geben jeweils die Differenz wieder.

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