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Demografiebericht Nr. 4 für den Landkreis erschienen

Sitzen zwei auf einer Bank......

Bereits zum vierten Mal hat der Fachbereich Soziales den Demografiebericht für den Landkreis herausgegeben. Dieser bereitet die Daten des Landesamtes für Statistik für den Landkreis Potsdam-Mittelmark und seine Gemeinden auf und bildet neben dem aktuellen Stand zum Aufbau und der Entwicklung der Bevölkerung in Potsdam-Mittelmark eine umfangreiche Bevölkerungsvorausschätzung 2017 - 2030 für den Landkreis ab. Der 4. Demografiebericht ist auf der Homepage des Landkreises unter Bildung und Soziales (Fachplanungen/Berichte) veröffentlicht und kann heruntergeladen werden.  

Potsdam-Mittelmark wird älter – mehr ältere Menschen, weniger Erwerbsfähige

Seit mehreren Jahrzehnten steigt in ganz Deutschland das Durchschnittsalter der Bevölkerung an. Auch die Entwicklung der Bevölkerung im Landkreis bleibt davon nicht unberührt – so ist der Landkreis aufgrund des demografischen Wandels durch eine Alterung der Gesellschaft gekennzeichnet. Aktuell liegt das Durchschnittsalter der Männer im Landkreis bei 44,7 und der Frauen bei 47,0 Jahren. Frauen werden sowohl bundes- und landesweit als auch in Potsdam-Mittelmark älter als Männer.

Zukünftig werden immer mehr Menschen der sogenannten „Babyboomer-Generation“ – die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre – in den Ruhestand gehen, wodurch sich die Zusammensetzung der Bevölkerung im Landkreis hinsichtlich ihrer Altersstruktur nochmals deutlich verändern wird. Schon jetzt sind durch den verstärkten Eintritt ins Rentenalter eine Verringerung der Gruppe der Erwerbsfähigen und ein Anstieg der Bevölkerung ab 65 Jahren festzustellen. Hinzu kommt eine stetig steigende Lebenserwartung mit einer wachsenden Anzahl an Hochbetagten. So wird künftig, insbesondere die Gruppe der Frauen ab 90 Jahre und älter weiter zunehmen.

Daneben ist festzustellen, dass sich die Alterung der Bevölkerung im Landkreis je nach Region sehr unterschiedlich vollzieht. So sind die ländlich geprägten Planregionen 3 und 4 aufgrund des Wegzugs vor allem junger Menschen bereits stärker gealtert als die Berlin nahen Planregionen 1 und 2.

Potsdam-Mittelmark wächst – positive Entwicklung durch Zuzüge

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark zählt hinsichtlich seiner Bevölkerungsentwicklung in den letzten zehn Jahren zu den Spitzenreitern im Vergleich zu den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten im Land Brandenburg. Auf Rang zwei hinter der Landeshauptstadt Potsdam hat er das höchste Bevölkerungswachstum zu verzeichnen und weist mit aktuell 213.214 die meisten Einwohner im Land Brandenburg auf.  

Diese Entwicklung ist aber von regionalen Unterschieden geprägt. Kreisangehörige Kommunen des „Berliner Umlandes“ profitierten stark von Zuzügen, insbesondere der Gruppe der 30- bis 50-Jährigen gut ausgebildeten Fachkräfte und Hochschulabsolventen mit Familien, welche die gute Anbindung an Potsdam und Berlin sowie das familienfreundliche Umfeld schätzen. Nahezu gegensätzlich verlief die Entwicklung in den Planregionen 3 und 4 des „weiteren Metropolenraums“, wo ein Sinken der Einwohnerzahl festzustellen war.

Neben den Zuzügen wanderten vor allem die Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren für eine Ausbildung oder ein Studium aus dem Landkreis aus und kehren nicht unbedingt als Berufseinsteiger zurück.

Der Zuzug in den Landkreis ist jedoch so stark geblieben, dass die regionalen Rückgänge der Bevölkerungszahlen mehr als ausgeglichen werden konnten und die Einwohnergesamtzahl nach wie vor stieg. Den Höchststand an Zuzügen erreichte Potsdam-Mittelmark im Jahr 2015 aufgrund der internationalen Flüchtlingsmigration.

Keine Überraschungen in der Einwohnerentwicklung bis 2030 – „Berliner Umland“ bleibt Zuzugsmagnet, „weiterer Metropolenraum“ wird attraktiver

Die aktuelle Bevölkerungsvorausschätzung 2017 - 2030 des Landesamtes für Bauen und Verkehr des Landes Brandenburg, die auf dem Bevölkerungsstand vom 31.12.2016 beruht, besagt, dass sich die Einwohnerzahl im Landkreis bis 2030 nur unwesentlich um +0,9% (+2.000) verändern wird. Weiterhin muss jedoch mit regionalen Unterschieden gerechnet werden.  So ist davon auszugehen, dass die Einwohnerzahl in den Berlin nahen Planregionen 1 und 2 weiterhin steigt und in den südwestlichen Planregionen 3 und 4 sinkt. Dabei existieren auch innerhalb jeder Planregion zwischen den kreisangehörigen Kommunen oft große Unterschiede. Insbesondere für die Stadt Teltow wird ein beachtliches Bevölkerungswachstum von +18,8 % bis 2030 prognostiziert. Aber auch in direkt ans Berliner Umland angrenzenden Kommunen wie Seddiner See und Groß Kreutz (Havel) wird aufgrund des steigenden Suburbanisierungsdrucks aus Berlin künftig mit Zuwächsen gerechnet. Ausschlaggebend sind hier vor allem gute infrastrukturelle Gegebenheiten. Damit haben auch Regionen abseits des direkten „Berliner Umlands“ Potential für positive Bevölkerungsentwicklungen.

Mit -17,2 % ist im Amt Ziesar mit den größten Einwohnerverlusten bis 2030 zu rechnen.

Allen 19 kreisangehörigen Kommunen gemein ist die positive Entwicklung der Altersgruppe der 65-Jährigen und älter. Entsprechend verändert sich Potsdam-Mittelmark weiterhin stark in seiner altersstrukturellen Zusammensetzung, denn insgesamt wird für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren bis 2030 eine Verminderung um -8,3 % prognostiziert. Genauso soll sich die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren bis 2030 um -10,5 % verringern. Ganz im Gegenteil dazu steigt die Bevölkerung der Altersgruppe der 65-Jährigen und älter bis 2030 um +41,4 %.

Aus den Folgen des demografischen Wandels ergeben sich nach wie vor Herausforderungen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen. So steht insbesondere der „weitere Metropolenraum“ im Landkreis vor dem Hintergrund sinkender Einwohnerzahlen und einer älter werdenden Bevölkerung vor der herausfordernden Aufgabe, ein generationengerechtes Gemeinwesen zu erhalten und zu gestalten.

„Babyboomer-Generation“ wird zur zukünftigen Herausforderung, so auch in der Pflege

Für Potsdam-Mittelmark wird sich die Anzahl zu Pflegender von aktuell ca. 8.000 auf 13.300 im Jahr 2040 erhöhen, was auf die geburtenstarken Jahrgänge der „Babyboomer“ zurückzuführen ist. Zusätzlich führt das Ausscheiden dieser Generation aus dem Berufsleben zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels, nicht nur in der Pflege. So sind allein 40,5 % der Pflegekräfte in Potsdam-Mittelmark heute bereits zwischen 50 und 65 Jahre alt.

PDF-Datei Demografiebericht Nr. 4

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