Landkreis und Verwaltung

Jagdbehörde: Wildursprungsscheine nicht verfügbar

Ausgabe von Wildursprungsscheinen ist momentan nicht möglich

Die Untere Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark informierte auf der letzten Sitzung des Jagdbeirates (10.04.2019), bei der die Abschusspläne für das Jagdjahr 2019/20 beraten wurden, dass durch die Oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg bisher keine Wildursprungsscheine und Wildmarken zur Weitergabe an die Jagdausübungsberechtigten bereit gestellt worden sind. Es sei nicht absehbar, wann die Unteren Jagdbehörden in Brandenburg diese nun erhalten werden. Der dafür rechtlich verbindlich vorgesehene Stichtag ist der 28. Februar eines Jahres.

Die Mitglieder des Jagdbeirates des Landkreises Potsdam-Mittelmark reagierten mit Unverständnis auf diese Situation. Jedes erlegte und für den menschlichen Verzehr vorgesehene Stück Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) ist im Land Brandenburg nach den rechtlichen Vorschriften durch den Jäger mit einer Wildmarke zu versehen - und ein Wildursprungsschein  dazu auszustellen.  Insbesondere für erlegtes Schwarzwild sei dies von besonderer Bedeutung, da nach EU-wildhygienerechtlichen Vorschriften zusätzlich eine Untersuchung auf Trichinen bei einem zugelassenen Tierarzt zu erfolgen hat. Dieser nimmt die Untersuchungsproben jedoch nur zusammen mit einem ausgefüllten Wildursprungsschein an. Auch Wildhändler dürfen vom Jäger erlegtes Wild nur zusammen mit einem ausgefüllten Wildursprungsschein und angebrachter Wildmarke annehmen.

Da Schwarzwild bereits seit dem 1. April bejagt werden darf, ist bei dieser Problemlage völlig ungeklärt wie eine Reduzierung der Schwarzwildbestände im Zeichen der drohenden Gefahr des Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest erfolgen kann. Auch die Verhütung von Wildschäden auf den Feldflächen, derzeit erfolgt die Frühjahrbestellung der Äcker, ist in Gefahr. Jäger erlegen Wild jedoch nicht für die Abfalltonne, sondern wollen dieses einer sinnvollen Verwertung als hochwertiges Lebensmittel dem menschlichen Verzehr zuführen. Dies ist ohne Ursprungszeichen nicht zulässig.

Noch vorhandene Wildmarken der Vorjahre dürfen weiterhin verwendet werden. Die Verwendung von Wildursprungsscheinen der Vorjahre ist nur mit Angabe der DVO (EU) 2015/1375 zulässig.

Die Untere Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark hat keinen Einfluss darauf, wann die fehlenden Wildmarken und Wildursprungsscheine zur Verfügung gestellt werden können. Sie bittet daher bei Fragen, sich diesbezüglich direkt an das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, Oberste Jagdbehörde https://mlul.brandenburg.de zu wenden.

Vorschrift: Wildhandelsüberwachungsverordnung (WildÜV)

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