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Ausbildungsbeginn für Geflüchtete in Potsdam-Mittelmark

Auszubildende Soheila Tavasoli
Auszubildende Soheila Tavasoli

Flüchtlinge im Leistungsbezug beim Jobcenter MAIA

Insgesamt 761 Flüchtlinge beziehen derzeit (Stand 30.08.18) Arbeitslosengeld II vom Jobcenter MAIA. Im März 2018 haben noch 801 geflüchtete Menschen Leistungen der MAIA bezogen, was einem Rückgang um 5 % innerhalb von fünf Monaten entspricht. Von den Leistungsbeziehern sind 52 % (395) unter 25 Jahre alt, darunter 147 im erwerbsfähigen Alter. Von den 147 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten unter 25 Jahren sind 109 Männer und 38 Frauen.  

Von den 351 Flüchtlingsfamilien leben derzeit 163 in der Region Bad Belzig, 110 in der Region Teltow, 71 in der Region Werder und 7 in der Region Brandenburg.

Integrationsquote der Flüchtlinge

In 2018 haben bisher (Stand Juli) 110 der von der MAIA betreuten Flüchtlinge eine sozialversicherungspflichtige Arbeit oder eine Ausbildung aufgenommen. Das entspricht einer Integrationsquote von 20,5 %. Die Integrationsquote der Flüchtlinge liegt damit derzeit deutlich höher als die Gesamt-Integrationsquote der MAIA, die bei 15,1 % liegt.

Allerdings war die Zahl der Flüchtlinge, die zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres eine Ausbildung aufgenommen haben, mit 8 Personen noch nicht sehr hoch. Der Grund ist, dass bei vielen das Sprachniveau noch nicht ausreicht, um erfolgreich die Berufsschule absolvieren zu können. Insgesamt befinden sich derzeit 18 geflüchtete Menschen in einer Ausbildung. Wie die deutschen Jugendlichen haben auch die geflüchteten Menschen sich für Ausbildungen in ganz unterschiedlichen Branchen entschieden, wie z. B. Kfz-Mechatroniker, Konditor, Hotelfachfrau, Elektroniker oder Gesundheits- und Krankenpfleger – oder eben Immobilienkauffrau.

Projekt Jobcoaches für Füchlinge

Ein Grund für die guten Ergebnisse der MAIA bei der Integration der Flüchtlinge ist das Projekt „Jobcoaches für Flüchtlinge“.

Der Kreistag hatte im Rahmen der Zuwanderungsstrategie das Projekt „Jobcoaches für Flüchtlinge“ im Jobcenter MAIA beschlossen. Das Projekt hat am 01.07.2017 begonnen und soll zwei Jahre laufen. Drei Jobcoaches wurden an den MAIA-Standorten Bad Belzig, Werder (Havel) und Teltow eingestellt.

Die Jobcoaches betreuen jeweils 50 Flüchtlinge, die schon ein Sprachniveau von B 1 erreicht haben sollen. Allerdings haben unter den von der MAIA betreuten Flüchtlingen derzeit viele noch nicht das Sprachniveau B1 erreicht, so dass entschieden wurde, auch Personen mit einem niedrigeren Sprachniveau in das Projekt aufzunehmen. Aktuell gibt es 138 Flüchtlinge, die von den Jobcoaches intensiv betreut werden, davon haben 54 % das Sprachniveau B2 oder höher, die anderen Teilnehmer haben das Sprachniveau A1 oder A2.

Ein positives Beispiel ist Soheila Tavasoli. Sie hat bereits im letzten Jahr bei der Kleinmachnower Wohnungsbaugesellschaft GEWOG eine Lehre als Immobilienkauffrau begonnen. Die 37jährige Iranerin lebt seit 21 Monaten in Deutschland und hat für sich entschieden, in der neuen Heimat mit einem neuen Beruf noch einmal voll durchzustarten. Mit viel Fleiß hat sie es geschafft, die notwendigen Sprachprüfungen zu absolvieren. Ihr Arbeitgeber war dabei eine große Hilfe, denn sie bekam für ein halbes Jahr eine bezahlte Freistellung für den Sprachkurs.
Asyl bekam die Iranerin, weil sie bereits in ihrer alten Heimat vom Islam zum Christentum konvertierte und aufgrund dessen Repressalien, Bedrohungen und Anfeindungen ausgesetzt war.

Unterstützt wurde die junge Frau und auch die GEWOG durch den Jobcoach Dirk Szabo.
Durch den geringen Betreuungsschlüssel ist eine intensive und sehr individuelle Betreuung möglich. Mit jedem Teilnehmer wird ein Integrationsplan erarbeitet und die Jobcoaches stehen auch während einer Maßnahme und nach einer Arbeitsaufnahme Trägern, Arbeitgebern und den Flüchtlingen noch beratend zur Seite. Das ist wichtig, weil auf Grund kultureller Unterschiede insbesondere nach der Arbeitsaufnahme verschiedenste Probleme im Betrieb entstehen können.

Ziel des Projektes ist es, 25 % der Teilnehmer in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine Ausbildung zu integrieren.  Dieses Ziel wird mit 44 % bereits deutlich übertroffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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