Der Landkreis PM wird geboren - Kreisneugliederungsgesetz in Brandenburg
Bereits am 24.12.1992 wurde das Kreisneugliederungsgesetz als Artikel 1 des Gesetzes zur Neugliederung der Kreise und kreisfreien Städte im Land Brandenburg festgeschrieben. Darin heißt es, dass aus den Landkreisen Belzig, Brandenburg-Land und Potsdam-Land sowie den Gemeinden des Amtes Treuenbrietzen ein neuer Landkreis gebildet werden soll: Der Landkreis entsteht "mit Ablauf des Tages der nächsten landesweiten Kreistagswahl. Mit Ablauf des gleichen Tages werden die bisherigen Kreise aufgelöst."
Die Wahl zum Kreistag am 5. Dezember 1993 ist also die Geburtsstunde des heutigen Landkreises Potsdam-Mittelmark.
Verwaltungssitz und Name des Landkreises sind im Gesetz (Potsdam-Mittelmark-Gesetz-PMarkG) vom 22. April 1993 festgelegt.
Unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien erfolgte die Festlegung des Kreissitzes:
- Historische Tradition
- Zentralörtliche Funktionen - wie Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehrserschließung, geografische Lage, Kultur, überörtliche Gesichtspunkte
- Förderung strukturschwacher Gebiete
- Kostenaufwand
- Verfügbarkeit des Standortes
Standorte für den Kreissitz gab es für PM insgesamt 12 zur Auswahl:
- 3 Standorte in Lehnin
- 2 Standorte in Belzig
- 2 Standorte in Beelitz
- 1 Standort in Beelitz Heilstätten
- 2 Standorte in Werder
- 1 Standort in Potsdam
- 1 Standort in Wilhelmshorst
Letztlich standen nur noch Belzig und Werder zur Diskussion. Im Gesetz vom April 1993 wurde Belzig als Kreissitz und der Name des Landkreises mit Potsdam-Mittelmark benannt.
Belzig als alte und neue Kreisstadt setzte somit eine lange Tradition fort.
1815 musste im Zuge des Wiener Kongresses Sachsen Gebiete an Preußen abtreten. Das einst sächsische Belzig wurde preußisch und gleichzeitig Kreisstadt des Landkreises Zauch-Belzig. Bis 1952 hatte dieser Bestand. In der DDR waren große Landkreisstrukturen nicht gewollt.. Deshalb machte man aus Zauch-Belzig den wesentlich kleineren Kreis Belzig mit Belzig als Kreissitz. Nach der Wende war dieser noch bis zum 5. Dezember 1993 existent.
Mit dem Tag der Kommunalwahl am 5. Dezember 1993 verlor der Landkreis die Gemeinde Grube an die Stadt Potsdam und die Gemeinde Klein Kreutz sowie den Ortsteil Malenzien der Gemeinde Viesen an die Stadt Brandenburg. Bereits vor der Kreisneugliederung hatten sich Göttin und Schmerzke der Stadt Brandenburg und die Gemeinde Eiche der Stadt Potsdam angeschlossen.
Die konstituierende Sitzung des neuen Kreistages fand bereits am 3. Januar 1994 in Belzig statt.
Die 56 Abgeordneten (SPD-22, CDU-12, PDS-10, FDP-5, Bündnis 90/Grüne-4, Bauernverband PM-3) wählten Joachim Raupach (SPD) zum Vorsitzenden des Kreistages.
Die Wahl des Landrates Lothar Koch (SPD) erfolgte kurze Zeit später, genau zur ersten Kreistagssitzung am 20. Januar 1994. Der Amtsantritt des Landrates erfolgte mit Ablauf der Einspruchsfrist und Übergabe der Ernennungsurkunde am 21. Februar 1994.
Etwas ausführlicher können Sie zur Geschichte nachlesen in "15 Jahre PM - ein kurzer historischer Überblick".