Aktuelles, Landkreis und Verwaltung, Freizeit und Tourismus, Startseite

Ortstermin im Kloster Niemegk

Pressestelle PM
Fachleute im Kloster Niemegk: Detlev von Olk (li.), Udo Drott

Das sogenannte Kloster Niemegk: eine historische Spurensuche

Erste Ergebnisse der bauhistorischen und restauratorischen Untersuchung präsentiert

In Niemegk an der Großstraße 50 steht das älteste Gebäude der Stadt, das sog. "Kloster". Noch immer ist dieses Gebäude „herrenlos“ – es hat keinen Eigentümer. Und es verfällt zusehends. Die Stadt und die Denkmalbehörden bemühen sich seit längerem um die Rettung dieses besonderen und historisch außerordentlich wertvollen Gebäudes: Fördergelder für eine Sanierung stehen seit Jahren bereit, können jedoch wegen der komplizierten Eigentumslage nicht ausgegeben werden.

Doch trotz aller widrigen Umstände: es geht voran! Die Stadt Niemegk hat die Beräumung des Gebäudeinneren beauftragt. Ein erster Schritt, um das Innere wieder begehbar zu machen. Was jedoch auf den ersten Blick Schutt und Müll zu sein scheint, ist für die Fachleute eine Spurensuche in die Vergangenheit. Deshalb sind der Aufräumaktion bauhistorische und restauratorische Untersuchungen vorangegangen, die die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark finanziell vollständig übernommen hat.

Die ersten Untersuchungsergebnisse gab es nun direkt vor Ort präsentiert.

Der Bauforscher Detlev von Olk und der Restaurator Udo Drott berichteten über die Besonderheiten dieses wunderbaren Denkmals. Zur Bauzeit war das Gebäude verputzt: an geschützten Stellen haben sich sogar zwei Phasen mittelalterlicher Putze mit geritzten Quadern erhalten. Im Gebäudeinneren ist die Geschichte der Innenarumgestaltung vom 16. Jahrhundert bis in das vergangene Jahrhundert detailliert nachvollziehbar und in Fragmenten erhalten. Eine Publikation der teils spektakulären Befunde ist längerfristig geplant.

Auf die immer wiederkehrende Frage nach der ursprünglichen Nutzung gibt es mehrere mögliche Antworten. Die sakrale Nutzung ist noch nicht endgültig geklärt. Zum einen könnte es sich um die 1526 wüst gelegene St. Nikolauskirche handeln, zum anderen wäre auch eine Nutzung als Hospital denkbar.

Erbaut wurde das Feldsteingebäude im 13. Jahrhundert. Im straßenseitigen Giebel befand sich ursprünglich der Zugang, das spitzbogige Portal ist im Mauerwerk noch zu erkennen. Mehrere mittelalterliche Fensteröffnungen sind in den Wänden erhalten. Am rückwärtigen Ostgiebel lässt sich der Verlauf der Stadtmauer nachvollziehen, die hier noch als Abbruchkante erkennbar ist.

Wohl in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde eine Zwischendecke eingezogen. In den folgenden Jahrhunderten gab es umfangreichere Umbauten - bis weit in das 20. Jahrhundert.

1988 wurde der Dachstuhl abgetragen. Seitdem ist das Gebäudeinnere ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Die Erdgeschossdecke und damit das gesamte Obergeschoss sind verloren gegangen. Im Erdgeschoss sind noch einige Wände erhalten, die größtenteils der Bauphasen seit dem Endes des 18. Jahrhunderts zuzuordnen sind. Von der einstigen Raumstruktur des 16./17. Jahrhunderts hat sich ein kleiner Fachwerkwandabschnitt erhalten. Bauliche Überreste und Putzreste erzählen aus der Nutzungsgeschichte.

Eine Zusammenfassung finden Sie hier (PDF-Dokument).

Ansprechpartnerin der Denkmalbehörde:

Jorinde Bugenhagen (jorinde.bugenhagen@remove-this.potsdam-mittelmark.de)

Informationen zur Denkmalbehörde Potsdam-Mittelmark (Link)

Weitere Bilder

Weitere Bilder

Zum Seitenanfang